CWeb2.0 - Corporate Web 2.0: Wissensnetzwerke und Soziale Software in Unternehmen
Die mit "Web 2.0" [O’Reilly, 2004] betitelte Evolution des Webs schafft neue Möglichkeiten für den Austausch von
Wissen. Moderne Web-2.0-Anwendungen („Soziale Software“) wie Wikipedia, Youtube oder Facebook zeigen, wie Wissen am Web
freiwillig und selbstorganisiert geteilt wird. Gelingt es, die Effekte aus dem Web 2.0 in Unternehmen zu überführen, so könnte
dort eine völlig neue Form des Wissensmanagements entstehen. Allerdings stehen im Web 2.0 die Bottom-Up-Aktivitäten der Nutzer
im Vordergrund; Fremdorganisation und Top-Down-Governance- Strukturen gibt es dort nicht. Und genau da liegt die Schwierigkeit
für Unternehmen: Selbstorganisation und Bottom-Up-Ansätze, die Kernprinzipien des Web 2.0,
müssen so weit wie möglich in die Unternehmensabläufe integriert werden, ohne dabei bestehende
Governance-Strukturen zu sehr zu unterlaufen. Erste umfassende Publikationen wie etwa "Web 2.0 in der Unternehmenspraxis"
[Back et al., 2008] oder "Enterprise 2.0" [Koch und Richter, 2007] untersuchen die Wirkung von Web-2.0-Anwendungen und -Technologien
auf die Unternehmen.
Die durch Techniken des Web 2.0 geförderte Zusammenarbeit und informelle Kommunikation von Wissen sind kritische
Faktoren für den Erfolg von Unternehmen. Diese lassen sich in Form von Wissensnetzwerken visualisieren und mittels
Netzwerkanalyse untersuchen und evaluieren. Wissensnetzwerke sind Gemeinschaften in Organisationen, in denen der
Wissensaustausch gezielt gefördert wird und in denen an Lösungsfindungen für unternehmerische Probleme gearbeitet
werden kann. Ihre Kennzeichen sind eine hohe Dynamik, räumlich/zeitlich verteiltes und abteilungsübergreifendes Arbeiten,
sowie offenes, themenzentriertes Denken und Arbeiten. Wissensnetze definieren sich durch gemeinsame Werte oder Ziele, die
von allen Beteiligten geteilt und verfolgt werden. Sie dienen daher nicht einem wertfreien Informationsaustausch, sondern
stärken die Fähigkeit zu Forschung, Entwicklung und Kommunikation der Beteiligten auf der Grundlage, dass die Gesamtheit mehr
ist als die Summe der Einzelnen.
Vor diesem Hintergrund ist es Ziel, einen bewusst multidisziplinären Workshop aufzustellen, welcher
Vertreter aus Soziologie und Psychologie, Betriebswirtschaftslehre und Informatik das Thema aus ihrer
jeweiligen Fachperspektive kulturelle, organisationale sowie technologische Aspekte diskutieren lässt.
Themen des Workshops
- Methoden, Modelle und Technologien für Wissensmanagement auf Basis von Web 2.0
- Web-2.0-basierte Instrumente für Wissenstransfer und Wissensteilung
- Prozeduren und Praktiken für effektives Wissensmanagement auf Basis von Web 2.0
- Gestaltungsansätze für (verteiltes) Wissensmanagement auf Basis von Web 2.0
- Web-2.0-Anwendungen im geschäftsprozessorientierten Wissensmanagement
- Web-2.0-Anwendungen und ihr Nutzen für die individuelle und kollaborative Wissensarbeit
- Kulturelle, soziale und technische Aspekte des Web 2.0
- Nutzenanalyse von Web-2.0-basierten Informationssystemen
- Netzwerkanalyse auf Basis elektronischer Spuren in Web-2.0-Anwendungen
- Empirische Studien mit explorativem, deskriptivem oder erklärendem Charakter
Workshop Organisation
Univ.-Prof. Dr. Klaus Tochtermann, Technische Universität Graz, Austria
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Norbert Gronau, Universität Potsdam, Deutschland
Mag. Alexander Stocker, Know-Center, Austria
Dipl.-Inf. Benedikt Meuthrath, Universität Potsdam, Deutschland
Dipl.-Ing. Patrick Höfler, Know-Center, Austria
Programmkomitee
Univ.-Prof. Dr. Andrea Back, Universität St. Gallen, Schweiz
Dr. Steffen Blaschke, Universität Bamberg, Deutschland
Univ.-Prof. Dr. Jorge Marx Gómez, Universität Oldenburg, Deutschland
Univ.- Prof. Dr. Joachim P. Hasebrook, Wissenschaftliche Hochschule Lahr, Deutschland
Dr. Bettina Hoser, Universität Karlsruhe, Deutschland
Dr. Ralf Klamma, RWTH Aachen Universität, Deutschland
Univ.-Prof. Dr. Michael Koch, Universität der Bundeswehr, Deutschland
Mag. Dr. Anna Maria Köck, Technische Universität Graz, Austria
Dr. Mathias Lux, Universität Klagenfurt, Austria
Univ.- Prof. Dr. Ronald Maier, Universität Innsbruck, Austria
Dr. Claudia Müller, Universität Stuttgart, Deutschland
Univ.-Prof. Dr. Volker Nissen, Technische Universität Ilmenau, Deutschland
Prof. Dr.-Ing. Klaus North, Fachhochschule Wiesbaden, Deutschland
Mag. Martina Rathbauer, Austria Presse Agentur, Austria
Univ.-Prof. Mag. Dr. Wolf Rauch, Karl-Franzens-Universität Graz, Austria
Univ.-Prof. Dr. Hanna Risku, Donau Universität Krems, Austria
Univ.-Prof. Dr. Arno Scharl, Modul Universität Wien, Austria
Dr. Jan Schmidt (Hans-Bredow-Institut für Medienforschung, Deutschland
Prof. Dr. Andreas Seufert, Fachhochschule Ludwigshafen am Rhein, Deutschland
Dipl.-Kffr. Gabriele Steg, edicos, Deutschland
Dr. Klaus Stein, Universität Bamberg, Deutschland
Dr. Reinhard Willfort, Innovation Service Network GmbH, Austria
Mag. Anita Wutte, Technische Universität Graz, Austria
Weitere Informationen
Weitere Informationen unter http://www.wi.uni-potsdam.de/homepage/potsdam.nsf?Open&ID=85AD10B0E4FAF11CC12574B900301EF1&Key=598ESD&Sel=598ESD&Lang=de